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Sonntag, 17. Mai 2009

BL, 34. Runde - bravo Ried, pfui Rapid

Reichlich farblos ist die Entscheidung um die Meisterschaft gefallen. Salzburg reichte ein Arbeitssieg gegen den LASK, während Rapid von Ried einmal mehr in dieser Saison entzaubert wurde. Blamabel für grünweiss, dass man im Spiel der letzten Chance gegen den Angstgegner aus dem Innviertel nicht nur nichts dazugelernt sondern in Wahrheit überhaupt keinen Auftrag hatte.

Die Rieder hingegen gehören zu den wenigen, die heuer Anerkennung verdienen. Mit einem auf dem Papier mäßigen Kader entledigten sie sich nicht nur frühzeitig aller anfänglichen Abstiegssorgen, sondern boten gerade als abgesicherter Mittelständler, für den’s eigentlich um nichts mehr ging, die profundesten Saisonleistungen – auch Salzburg ging ja in Ried 3:0 unter, wer’s schon vergessen hat. Überhaupt: Das Fill Metallbau Stadion machte seinem zukünftigen Namen als „Keine Sorgen Arena“ (kein Scherz – die OÖ Versicherung als neuer Vereinssponsor wollte es so!) schon jetzt alle Ehre – von den bisherigen 17 Heimspielen wurden 13 gewonnen und kein einziges verloren.

Hauptverantwortlich für das erfolgreiche Spieljahr der Rieder war zweifellos Paul Gludovatz, der ewige nette Nachwuchsonkel des ÖFB, der es im fortgeschrittenen Alter auch mal als Vereinstrainer wissen wollte. Dabei setzte er durchaus seinen guten Ruf aufs Spiel, zeigte aber sehr schnell seinen weniger geschulten Kollegen, was eine Taktik ist. So war Ried zwar vom Spielermaterial her nicht gut aufgestellt, aber stets umso besser eingestellt – Rapids Peter Pacult, der sicher auch seine (gut versteckten) Qualitäten hat, aber alles andere denn ein großer Stratege ist, kann ein Lied davon singen. Bemerkenwert auch, dass Ried die wenigsten Tore aller Bundesligisten erhalten hat, neun weniger als Meister Salzburg.

Als Bonus kann sich Ried jetzt sogar noch kleine Hoffnungen auf einen internationalen Startplatz machen. Der dafür nötige dritte Tabellenrang ist zwar zwei Runden vor Schluss utopische fünf Punkte weit entfernt, aber wer weiss? – Wird Austria Cupsieger reicht ja auch der vierte Platz, und verliert Konkurrent Sturm Graz das kommende Heimspiel gegen Salzburg, käme es in der letzten Runde zum direkten Showdown in Ried.

Die Abstiegsfrage dürfte in dieser Runde erwartungsgemäß zugunsten von Mattersburg geklärt worden sein. Der drei Punkte zurückliegende Tabellenletzte aus Altach müsste nicht nur das kommende Heimspiel gegen Kapfenberg gewinnen, sondern aufgrund der schlechteren Tordifferenz auch in der Schlussrunde in Salzburg punkten. Gut denkbar aber, dass die Heimmannschaft dann noch einmal Gas geben wird, um Marc Janko zum Bundesliga-Torrekord (und eventuell zum Goldenen Schuh) zu verhelfen.

Sang- und klanglos hat sich auch das Titelduell in der Adeg Liga erledigt. Sah es vor kurzem noch nach einem niederösterreichischen Kopf-an-Kopf-Rennen aus, so verlor die zuvor lange Zeit ungeschlagene Admira just als es ans Eingemachte ging komplett den Faden. Damit wird erstmals seit 1972/73 wieder ein Wr. Neustädter Verein in der obersten Spielklasse zu finden sein – damals war es die SV Admira Wr. Neustadt…

by austrobold @ 21:43h | link | 44 comments | comment

Dienstag, 12. Mai 2009

BL, 33. Runde - braves Rapid, der Rest ist Krise

Rapid hat seine moralische Verpflichtung gegenüber den grünweissen Fans und dem platten, aber plausiblen Diktum "Herz gegen Kommerz" anstandsgemäß erledigt, und so wurde dem ungeliebten Salzburger Rivalen in der eigenen Festung noch einmal der (Alt)Meister gezeigt. Die Pflicht ist gelungen, die große Kür wird nicht mehr glücken - auch wenn da und dort unverdrossen die mediale Spannungstrommel geklopft wird. Salzburg braucht nur die beiden Hausaufgaben gegen den LASK (für den's um nix mehr geht) und gegen Altach (für die's um die Existenz geht, die ihnen aber die Bundesliga nicht vergönnt; mehr dazu weiter unten) in obligater Kunstrasen-Heimschach-Manier erledigen - und könnte sich in Graz gegen Sturm trotzdem ein Nickerchen erlauben.

Lustig ist ja nur, dass der von Red Bull abservierte Salzburg-Trainer Co Adriaanse in der Endphase an den eigenen Spielern kein gutes Haar lässt, den Hütteldorfern dafür ausgiebig Rosen streut. Wozu sich auch ein Blatt vor den Mund nehmen: Sogar in Ö-reich ist selten wer unglamouröser Meister geworden als dieses Red-Bull-Team, das nicht mal in Salzburg selbst Wurzeln schlagen konnte. Wenn man sich ansieht, dass die Quali für die Champions League auch heuer nicht leichter zu schaffen sein wird als in den Jahren zuvor (eher im Gegenteil), dann könnte sich in Salzburg bald wiederholen, was bei der Wiener Austria mit Stronachs Rückzug schon Schule gemacht hat - nur mit noch drastischeren Konsequenzen für den Salzburger Retortenverein, der ohne Onkel Didis schützende Hand gänzlich zusperren könnte.

Wenn wir schon bei der Austria sind: Die hat in Graz nach einer unterirdischen ersten Halbzeit gerade noch die Kurve gekriegt, um gegen den direkten Gegner Sturm den Punktegleichstand im Kampf um den internationalen Startplatz zu bewahren - plus einer auf dem Papier günstigeren Auslosung für die letzten drei Runden. Was bekanntermaßen bei der Austria noch nichts heissen muss.

Gleichauf geht es auch für die Ligakasperln Mattersburg und Altach in den finalen Abstiegs-Countdown. Wobei man für Altach schwarz sehen muss. Da stehen nicht nur schwerere Partien an als für die Burgenländer, gerade die vorangegangene Runde ließ erneut den Verdacht aufkommen, dass Matterburgs gewichtiger Obmann Martin Pucher seine andere Funktion als Präsident der Bundesliga dazu nützen würde, um hinter den Kulissen die Muskeln spielen zu lassen. Die Schiedsrichter-Besetzung des Spiels LASK-Altach mit dem bis vor Jahresfrist als Liga-Sekretär (und also Pucher-Untergebenem) tätigen Fritz Stuchlik dürfte normal schon im Vorfeld nicht unwidersprochen bleiben. Angesichts austroballesterischer Struktur-Verflechtungen natürlich reines Wunschdenken. Stuchlik sollte schließlich Altach tatsächlich einen klaren Elfmeter vorenthalten (und gab seinen "Fehler" danach auch noch zu!) - die Chuzpe muss man haben...

Altach ist an der Misere natürlich auch selber schuld (keine Frage bei 84 Gegentoren in 33 Spielen), Mattersburg gehört aber mindestens genauso in den Keller. Die von einem ehemaligen Postbeamten "gecoachte" Truppe, die hierarchisch in Wahrheit von selbstgefälligen Provinzkaisern wie Mörz, egomanischen Dumpfgummis wie Naumoski, ausrangierten Piefke-Haudegen wie Jancker und Wirtshaus-Rabiatperlen wie Atan dirigiert wird, dieses Gegenteil einer "Mannschaft" ließ sich am Wochenende von Ried 4:0 abfertigen, wobei der Mittelständler aus dem Innviertel selbst staunte, wie wenig Widerstand ein Gegner entwickeln kann, dem das Wasser im Grunde bis zum Hals steht.

Schlimmer steht's derzeit nur noch um Austria Kärnten, wo das unheilige Erbe des Jörg Haider nun volle Länge zu greifen beginnt. Irrwitzige politisch-sportpolitische Verflechtungen, funktionärsmäßige Grabenkämpfe, Eifersüchteleien und Retourkutschen, unbezahlte Rechnungen (im eigentlichen und im übertragenen Sinne), im Mittelpunkt des ganzen die beiden unfassbaren Herren Dörfler und Canori. Am Ende der Nahrungskette Spieler, die besser heute als morgen das Weite suchen oder gerade anderes im Kopf haben als Fußball zu spielen. Dazu Frenkie Schinkels auf der Betreuerbank, schmähstad wie selten zuvor. Warum er seinen Vertrag mit den Kärntnern erst kürzlich verlängerte und was man ihm dabei Schönes in Aussicht gestellt hat, das wird er momentan wohl nicht erzählen wollen. Es fehlt nicht viel, dann gehen auch im nächsten EURO-Stadion die Lichter aus. Das ohnehin nur mehr spärlich erschienene Klagenfurter Publikum hat schon jetzt genug - und wanderte beim kläglichen 0:2 gegen Kapfenberg teilweise schon zur Pause ab.

by austrobold @ 01:36h | link | 129 comments | comment

Dienstag, 28. April 2009

BL, 31. Runde - lauter Loser

Man merkt, dass sich die Meisterschaft dem Ende zuneigt. Resultate werden eigenartig, Prioritäten verschieben sich und auch sonst passiert manch Seltsames. Am wenigsten galt das noch für das immerhin ganz ansehnliche und flotte Derby, in dem einfach die real existierenden Kräfteverhältnisse dieser Saison den Ausschlag zugunsten von Rapid gaben. Dennoch war auch dieses beidseitig mit offenem Visier geführte Wiener Gipfeltreffen symptomatisch für diese Runde, in der es in Wahrheit (fast) nur Verlierer und tragikomische Nebendarsteller gab.

Rapid braucht sich bei Licht betrachtet über den Derbysieg nicht zu lauthals freuen, der kommt trotz allem zu spät. Vielmehr müsste sich Rapid fragen, warum zuletzt bzw. vor allem schon im Herbst viele Punkte leichtfertig liegen gelassen wurden. Austria kann sich naturgemäß sowieso nicht freuen, aber die Niederlage ist doppelt blöd, nachdem Sturm Graz von den Wienern Platz drei übernahm. Bleibt’s dabei – und sollte auch noch der Cup in die Binsen gehen – ist der internationale Startplatz perdu und mit einem Schlag die ganze Saison im Arsch. Die war nämlich bisher für Austria-Verhältnisse eh ganz ordentlich: 3. Platz und Cup-Finale – mehr kann man mit dieser Mannschaft eigentlich nicht erreichen.

Der ganz klägliche Verlierer in Runde 31 war aber einwandfrei Salzburg, das sich in Ried – kaum dass die Meisterschaft unter Dach und Fach gebracht schien – mit Schimpf und Schande bedeckte. Noch-Trainer Co Adriaanse wurde zum einen von seinen Spielern hängen gelassen, zum anderen schoss er sich mit seiner aberwitzigen Aufstellung selbst ins Knie: Im Mittelfeld spielten mit Janocko, Aufhauser und Vonlanthen bereits aussortierte Typen, dazu der stets zwischen Genie und Wahnsinn pendelnde Tchoyi, der sich wieder mal für zweitere Variante entschied. Wie gesagt: Salzburg wird trotzdem Meister werden, aber wer soll sich mit dieser Truppe eigentlich freuen wollen? Nach solchen Darbietungen nicht einmal die eigenen Schoßhündchen-Fans. Meisterfeiern bitte absagen - noch nie war ein Provinzmeister so ungeliebt, so uncharmant, so uninteressant wie dieser.

Salzburger Verlierer am Rande: Marc Janko, der mit seiner im Vergleich zum Herbst kümmerlichen Frühlings-Torquote wohl kaum mehr an Krankls Torrekord aus dem Jahre 1978 kratzen wird. Außer es passieren außergewönliche Vorfälle, wie etwa im Klagenfurter Rumpelstadion, wo die um ihre Existenz kämpfenden Altacher lustlose Kärntner mit 0:3 zerlegten. Warum sich Frenkie Schinkels eine weitere Saison im Karawankenland antut, wo zuletzt reihenweise die besten Spieler verkauft wurden, Geld mehr zum Löcherstopfen benötigt wird und krude politische Einflussnahmen jederzeit passieren können, das wissen die Götter. Junuzovic, der zuletzt beste Kärntner, der mit Saisonende zur Austria wechselt, wurde von Schinkels wegen „mangelnder Motivation“ auf die Tribüne beordert – Ergebnis siehe oben.

Lustig ging es auch in Mattersburg zu. Wie ihre Vorarlberger Konkurrenten im Abstiegskampf überkam auch die Burgenländer die Torschlusspanik: Nach einer Endlos-Sieglos-Serie geht’s mit dem Gewinnen plötzlich dahin, das bekamen auch die sich vielleicht schon etwas zu sicher fühlenden Kapfenberger zu spüren. Bis dahin war’s aber ein weiter Weg, den der gern mal wunderliche Schiri Stuchlik weisen sollte: Erst nach zwölf gelben plus einer gelb-roten Karte sowie einer Nachspielzeit von fünf bzw. neun Minuten war Schluss.

Noch mehr Loser: In Linz beim LASK war Panadic als Erst-Trainer in dieser Saison schon eine eigenwillige Wahl. Sein selbstbestimmter Nachfolger Klaus Lindenberger gab sich mühelos der Lächerlichkeit preis. Hans Krankl, Trainer Nr. drei in Linz, arbeitet emsig daran, die Bilanz seiner Vorgänger noch zu unterbieten. Dem sang- und klanglosen 0:2 in Graz setzte der notorische Roman Wallner per Mittelfinger die Krone auf – und wurde für diese Geste im Kabinengang ausgeschlossen. Sein Trainer wird Verständnis haben – Hansi Krankl wehrte sich Anfang der 80er-Jahre auf ähnliche Weise gegen unbotmäßige Fans aus dem eigenen Sektor: Damals kam aber nicht der simple Stinkefinger, sondern die ganze Faust des Götz von Berlichingen zum Einsatz – es waren die schönen, die unkorrekten Zeiten.

by austrobold @ 20:54h | link | 23 comments | comment

Mittwoch, 22. April 2009

Exklusiver als News

Genau und übrigens: austroball.at wusste schon am 7. April, wer Co Adriaanse beerben wird. Als nämlich der heute als neuer RB-Salzburg-Trainer vorgestellte Huub Stevens bekannt gab: "Die Chance ist groß, dass mein nächster Club ein exotischer sein wird." Eben.

Und nochmal übrigens: Marc Janko stellte sich heute im ORF-Interview ein bisschen allzu blöd, als er meinte, er würde die Handschrift des designierten neuen Trainers nicht kennen. Wir können behilflich sein: Mehr Taktik, mehr Disziplin, weniger Offensive, keine Egotrips. Der Krankl-Torrekord wird nächstes Jahr ganz sicher nicht mehr fallen - und Janko hätte seinen Vertrag mit Salzburg besser doch nicht verlängern sollen. Aber auch Stevens wird noch erfahren müssen, dass weniger sein neuer Club sondern vielmehr die auf ihn zukommende Liga ein ihm nicht geläufiges Exotikum der Sonderklasse darstellt. Jede Wette: Auch dieser Trainer wird als Einjahresfliege in der Dosensuppe angespeist abserviert werden.

by austrobold @ 00:56h | link | 160 comments | comment

Montag, 20. April 2009

BL, 30. Runde - Endstation

Stattliche sechs Runden vor Schluss und nach einem neuerlichen Umfaller Rapids ist die Meisterschaft endgültig geschlagen. Salzburg wird sich unangefochtener als noch vor kurzem gedacht den zweiten Titel in der Ära Red Bull holen – und schaffte es auch in dieser Saison nicht, sich (neue) Freunde zu machen. Die lustlose Pflichtübung beim samstäglichen 2:0-Heimsieg gegen Mattersburg steht stellvertretend für die weitgehend glamourfreie Punktebeschaffungsmaloche der Mateschitz-Söldnertruppe in diesem Spieljahr. Bezeichnenderweise konnte sich auch der verkniffene Topscorer Marc Janko, obwohl immer noch auf der Jagd nach Hans Krankls dreißig Jahre altem Bundesliga-Torschützenrekord, keine Sympathien erwerben, bezeichnenderweise wird Trainer Co Adriaanse trotz Meistertitel keine Vertragsverlängerung angeboten, der Holländer streicht stattdessen nachgerade erleichtert in Salzburg die Segel.

Schon jetzt lässt sich sagen: Die Meisterschaft war trotz ihres insgesamt (gewohnt) niedrigen Niveaus geprägt von einem immensen Gefälle innerhalb der Liga. Gleich vier von sechs Mannschaften – LASK, Kapfenberg, Mattersburg, Altach – werden einen Punkteschnitt erreichen, der im Normalfall (mehr als) abstiegswürdig wäre. Nur zwei davon müssen sich aber jetzt noch Sorgen machen, nur einen Verein – Mattersburg oder Altach, die letzte „spannende“ Frage – wird es am Ende erwischen. Bei solch einem Übermaß an Unterklassigkeit und einem Mangel an Bewährungsdruck ist es kein Wunder, wenn am Ende derjenige die Nase vorn hat, der sich die wenigsten Aussetzer leistete.

Bleibt noch der Cup, in dem diese Woche die beiden Semifinali anstehen. Im Cup, diesem seit jeher stiefmütterlichst behandelten Meisterschaftsanhängsel, ist jedoch das nächste Schreckensszenario vorprogrammiert. Setzt sich dienstags das B-Team der Austria gegen Admira durch, so stünde eine inzwischen abstiegsgefährdete Amateurmannschaft aus der Adeg-Liga im Finale – bitte nicht! Steigt am Mittwoch Magna Wr. Neustadt gegen die „echte“ Austria auf, so wäre der von Ex-Austria-Gönner Stronach gekaufte und von Ungustl Svetits verwaltete Adeg-Tabellenführer im Endspiel – man will sich’s gar nicht vorstellen. Sollte beim Cup-Showdown im Mattersburger Pappelstadion (der extra Aberwitz!) allerdings die Austria auf ihre eigene Amateurauswahl treffen, so wäre das überhaupt eine noch nicht dagewesene Farce (wobei die Austria im Europacup unabhängig vom Ausgang des Finales natürlich mit ihrer A-Mannschaft antreten dürfte). Somit bleibt – „objektiv“ betrachtet – Austria gegen Admira als einzig halbwegs akzeptables Cup-Finale. Und das ist schlimm genug.

by austrobold @ 11:28h | link | 38 comments | comment

Donnerstag, 16. April 2009

Alles retour

Kaum angeleiert, schon wieder fallen gelassen. Aus der angestrebten Liga-Aufstockung wird so schnell doch nichts. Unter der Führung von Gratkorn (!) wurde heute auf die geplante Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung der Bundesliga verzichtet - Vorgeschichte siehe hier. Man wolle erst die Ergebnisse der "Arbeitsgruppe Sport" abwarten, die zur Zeit die wirtschaftlichen Perspektiven einer erweiterten Liga evaluiert. Diese Arbeitsgruppe gehört zur "Zukunftswerkstatt" (haha!) des ÖFB, von der man sich so manches, nur keinen Mut zu tiefgreifenden Änderungen erwarten darf.

by austrobold @ 19:00h | link | 26 comments | comment

Dienstag, 14. April 2009

Liga neu?

Im Auftrag von Magna wird am Format der Bundesliga gerüttelt. Magna-Anwalt Wolfgang Rebernig ließ eine außerordentliche Hauptversammlung der Bundesliga einberufen, die binnen drei Wochen tagen muss. Unterstützung erhält Magna Wr. Neustadt von Red Bull Salzburg, Ried und Altach aus der Bundesliga sowie Admira und Gratkorn aus der Ersten Liga, als Magnas Hauptverbündete gelten dabei die Manager/Sportdirektoren Stefan Reiter (Ried), Heinz Hochhauser (Salzburg) und - inoffiziell - Alfred Hörtnagl von Rapid. Ziel der genannten Antragsteller ist die schnellstmögliche Aufstockung der beiden höchsten Spielklassen, als Modell schwebt ihnen eine Bundesliga mit zwölf Vereinen vor, die nach einer Hin- und Rückrunde im Herbst auf zwei Sechsergruppen (Meister-Playoff, Abstiegs-Playoff) aufgeteilt werden soll, während die Erste Liga statt wie bisher zwölf sogar 16 Klubs umfassen würde. Dies widerspricht dem an sich bereits gefassten (aber typisch österreichisch nur bedingt sanktionierten) Beschluss der Bundesliga, die Erste Liga ab 2010 auf zehn Vereine zu reduzieren und Amateur-Zweitvereine von Bundesligisten in die Regionalligen zurückzuversetzen.

Nun erfolgt der Magna-Vorstoss naturgemäß nicht ohne eigennützigen Hintergedanken, aber nicht alles, was aus der Ecke von Stronach, Svetits und Konsorten kommt, muss per se schlecht sein. Die Zehnerliga gilt hierzulande als heilige Kuh, sie war mitverantwortlich für den Aufschwung des österreichischen Fussballs Ende der 70er-Jahre (Argentinien-WM, Europacup-Erfolge), zwischenzeitliche Experimente (16er-Liga, Playoff-Modus) erwiesen sich als Rohrkrepierer. Das seit 1994 wieder bestehende Modell mit zehn Vereinen war seither sakrosankt, obwohl es schon kurze Zeit später von den Auswirkungen des Bosman-Urteils unterminiert wurde. Dies brachte eine Legionärsschwemme und damit verbundenen "Arbeitsplatzmangel" für junge Talente mit sich, gleichzeitig sackte die Liga im europaweiten Ranking der UEFA von Platz zehn (1994) auf Rang zwanzig (Jetztstand) ab. Der einstige Nimbus der Zehnerliga hat in Wahrheit nur mehr Nostalgiewert.

Insofern ist es in jedem Fall angebracht, ja, sogar höchst an der Zeit, die bestehenden Strukturen in Frage zu stellen. Wie man es aber dreht und wendet, ein für Österreich ideales Ligaformat gibt es nicht, jedes angedachte Modell hat auch unübersehbare Nachteile, Kompromisse müssen zwangsläufig eingegangen werden. Im Mittelpunkt der Überlegungen muss jedoch das zukünftig uneingeschränkte Selbstverständnis der höchsten Spielklasse als Ausbildungsliga stehen. Internationale Erfolge österreichischer Vereine sind jetzt schon in weite Ferne gerückt, werden es selbst bei Va-banque-Aktionen einzelner Klubs (wie an den Beispielen Salzburg und Austria schon zu sehen war) weiterhin bleiben. Also besser einer größeren Anzahl von Talenten die Aussicht auf Spielpraxis zu ermöglichen, wobei Österreich als Spieler-Export- statt Importland die Vereine wirtschaftlich auf gesündere Beine stellen könnte - und ein großer Pool an österreichischen Spielern in europäischen Ligen nicht zuletzt dem Nationalteam zugute kommen würde.

Schon jetzt ist aber zu befürchten, dass die Vereine bei ihren Reformplänen vor allem ihre kurzfristigen Eigeninteressen verfolgen statt einen zweckdienlichen Strukturwandel des österreichischen Vereinsfussballs anzustreben.

by austrobold @ 16:55h | link | 11 comments | comment

Sonntag, 12. April 2009

BL, 29. Runde - die Entscheidung

Nun hat es also auch Rapid erwischt. Die erste Heimniederlage seit über 16 Monaten kam zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, entwertet den grünweissen Erfolgslauf der letzten Wochen und erschüttert natürlich die Moral ganz gewaltig. Salzburg müsste sich in den verbleibenden sieben Runden schon ganz blöd anstellen, um den Vorsprung von acht Punkten noch zu vergeigen.

Sturm Graz, der 1:0-Sieger im Hanappi Stadion, musste über eine Halbzeit lang mit einem Mann weniger auskommen (ein österliches Schiri-Geschenk an die Hausherrn) und war dennoch besser organisiert als Rapid. Damit sind die Grazer wieder auf einen Punkt an Platz drei (= UEFA-Cup-Quali) herangerückt. Dort befindet sich die Austria, die in Ried nicht einmal einen geschenkten Elfer nutzen und über das torlose Unentschieden noch froh sein konnte.

Im Abstiegskampf hat nach dem bizarren 5:4 im direkten Duell plötzlich Mattersburg wieder bessere Karten als Altach. Einerseits aufgrund der günstiger wirkenden Restauslosung, andererseits wird nicht grundlos gemunkelt, dass Martin Pucher seine Doppelfunktion als Präsident der Bundesliga und Obmann von Mattersburg zum Vorteil der Burgenländer verwenden könnte. Bereits vor drei Jahren hatte es eine ähnlich fragwürdige Konstellation gegeben. Aber schon, um gar keinen Verdacht aufkommen zu lassen, sollte das gleichzeitige Vertreten von Klub- und Liga-Interessen grundsätzlich unvereinbar sein. Aber gerade solch "schlanke" Strukturen sorgen ja für die spezielle Note des Austroball.

by austrobold @ 19:05h | link | 15 comments | comment

Freitag, 10. April 2009

Aber hallo

Die Totgeglaubten leben noch:

Mattersburg - Altach 5:4 (2:2)

Pappelstadion, 10.300 Zuschauer, SR Hänni (Schweiz)

Torfolge:
0:1 Guem (12.)
1:1 Naumoski (26.)
1:2 Vorisek (29.)
2:2 Wagner (45.)
3:2 Seidl (49.)
4:2 Wagner (66.)
4:3 Konrad (69.)
5:3 Malic (70.)
5:4 Jun (93.)

by austrobold @ 22:36h | link | 8 comments | comment

Dienstag, 7. April 2009

Ein Satz wie ein Geständnis

Die Anzeichen verdichten sich, dass Co Adriaanse von Salzburg, Red Bull und Austroball im allgemeinen die Schnauze voll hat. Das bestätigt nun indirekt auch sein als Nachfolger ins Spiel gebrachter Landsmann Huub Stevens (vormals Trainer bei Schalke, Hertha BSC, 1. FC Köln, HSV und zuletzt PSV Eindhoven):
"De kans is groot dat mijn volgende club iets exotisch wordt."

by austrobold @ 15:53h | link | 119 comments | comment


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